Eigenheiten erkennen, die uns stressen
Im Vorwort zur „Bären-Strategie“ stellt der Autor (Lothar Seiwert) die Bären sehr liebevoll als charmante Alleskönner vor: Sie vereinen Kraft und Geschwindigkeit sowie Ruhe und Gelassenheit in sich.
Daher überrascht es nicht, dass die gestressten und unzufriedenen Waldbewohner Hilfe bei den Bären suchen. So hoppelt z.B. Harry Hase vollkommen überfordert von einer unfertigen Aufgabe zur nächsten. Professor Eusebia Eule ist stets bemüht, alles perfekt zu erledigen und fühlt sich für das Wohl des ganzen Waldes verantwortlich. Hans-Rudolph Hirsch hingegen ist äußerst bequem veranlagt, leidet aber sehr unter seiner „Aufschieberitis“ und ist davon gleichermaßen gestresst.
Bei der Lektüre erkennt sich vermutlich jeder in einem oder mehreren der tierischen Charaktere wieder. Die Bären geben jedem Tier wertvolle Tipps, um Stress zu reduzieren, Prioritäten zu setzen und Aufgaben bewusst anzugehen.
Am Ende lädt ein kleiner Selbsttest die Leser dazu ein, ihr eigenes „inneres Tier“ zu erkennen und passende Lösungen für sich zu finden.
Die Gelassenheit eines Bären etablieren
Die Bären zeigen uns, dass Gelassenheit und Stärke Hand in Hand gehen, indem wir bewusst entscheiden, was wichtig ist, was wir abgeben können und wann wir innehalten sollten:
Priorisieren mit dem Eisenhower-Prinzip:
Aufgaben werden nach „wichtig“ und „dringend“ sortiert. Unwichtige oder nicht dringende Aufgaben werden gestrichen oder verschoben, um mehr Zeit für das Wesentliche zu schaffen (das Prinzip wird nicht explizit so benannt in der Geschichte).
„Hüte ablegen“ – Delegieren und Fokus finden:
Doch Priorisieren allein reicht nicht: Oft tragen wir zu viele Hüte gleichzeitig und übernehmen Aufgaben, die wir besser ganz abgeben sollten. Die Bären erinnern uns daran, uns auf unsere Kernrollen zu konzentrieren und anderen zu vertrauen, statt alles selbst erledigen zu wollen. Es lohnt sich, regelmäßig zu reflektieren, ob wir noch richtig delegieren. Genauso wie wir entwickeln und verändern sich auch unsere Mitmenschen und Mitarbeiter. Jemand, der vor ein paar Monaten einer Aufgabe noch nicht gewachsen war, könnte diese heute vielleicht meistern und uns so zusätzlich entlasten.
Bewusste Pausen machen:
Während Priorisieren und Delegieren uns Klarheit und bestenfalls auch Zeit verschaffen, hilft uns die bewusste Ruhe dabei, unsere Kräfte zu bündeln und die Dinge sacken zu lassen. Die Bären zeigen: Pausen sind kein Luxus, sondern notwendig, um leistungsfähig und lösungsorientiert zu bleiben. Oft entstehen die besten Lösungen gerade dann, wenn wir bewusst innehalten. Denken Sie an den Ausspruch „Darüber muss ich aber schlafen“ und an all die Geschichten, die davon berichten, dass Geistesblitze uns häufig vollkommen überraschend während anderer Tätigkeiten treffen. Bewusste Ruhepausen helfen unserem Geist, sich zu sammeln und das Geschehene sinnvoll zu verarbeiten.
Das Buch ist besonders aufschlussreich für
- Diejenigen, die ihre eigenen Arbeitsweisen reflektieren wollen.
- Alle, die sich von vielen Aufgaben überfordert fühlen.
- Führungskräfte, denen es schwerfällt, Aufgaben zu delegieren.
- Alle, die Freude an einer märchenhaften Erzählung haben und praktische Tipps für die Bewältigung Ihres Alltags suchen.
Fragen zur Selbstreflexion
- Welche Hüte tragen Sie alle und welche könnten Sie abgeben?
- Welche Aufgaben haben für Sie die höchste Priorität und warum? Ist diese Priorisierung noch aktuell?
- Wann haben Sie das letzte Mal innegehalten und etwas Unwichtiges losgelassen?
- Wie gestalten Sie Ihre Pausen?
Ein tierischer Coaching-Impuls für mehr Gelassenheit
Balu der Bär aus dem Dschungelbuch würde wohl sagen: „Probier’s mal mit Gemütlichkeit.“ Aber Gemütlichkeit und Gelassenheit entstehen nicht von allein. Wenn Sie keinen angemessenen Raum erhalten, sind sie wie flüchtige Bekannte in unserem Alltag. Das kluge Delegieren und Priorisieren von Aufgaben helfen, um Zeit und Raum für Gelassenheit zu schaffen. Allerdings müssen wir diese Zeit dann auch bewusst und sorgsam nutzen. Nehmen Sie Ihre Pausen ernst und gönnen Sie auch Ihren Gedanken eine Pause. Dann haben Sie genug Kraft, um voller Genialität weiterzuarbeiten.
Quellenhinweis: Dieser Beitrag bezieht sich auf das Buch „Die Bären-Strategie. In der Ruhe liegt die Kraft.“ von Lothar Seiwert, erschienen bei Hugendubel 2005.
Autorin: Nadia Wachter
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