Wie wichtig ist die Wahrheit?
„Life of Pi ” ist ein dramatischer Abenteuerfilm mit fantastischen Elementen von Regisseur Ang Lee und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Yann Martel. In dem Film erzählt der erwachsene Piscine „Pi“ Molitor Patel einem Buchautoren von seiner bewegenden Lebensgeschichte:
Pi hat bis zu seiner Jugend mit seinen Eltern in Indien gelebt, wo sie einen Zoo betrieben haben. Als dieser sich nicht mehr rentiert, will die Familie mit einigen der Tiere ein neues Leben in Kanada beginnen. Doch bei der Überfahrt gerät ihr Schiff in einen Sturm und geht unter. Pi schafft es als einzige Person auf ein Rettungsboot. Doch dort ist er nicht allein. Er teilt das Boot mit anderen Zootieren. Unter ihnen ist Richard Parker, ein furchteinflößender bengalischer Tiger. Die Tiere bringen sich schon bald gegenseitig um und nur Richard Parker überlebt mit Pi über 200 Tage auf hoher See. Pi erzählt dem Autor von ihrem Kampf gegeneinander und füreinander.
Am Ende stellt sich die Frage: War der Tiger wirklich da? Wenn nicht, wer war dann da? Und wie wichtig ist das überhaupt?
Wie wir unsere eigene Wahrheit erschaffen
Wie wir den Dingen eine andere Bedeutung geben
Der Vorname „Piscine“ oder „Pi“ des Protagonisten lädt seine Mitschüler in Indien zu ausgiebigen Hänseleien an. Der junge Pi erwählt daraufhin die mathematische Zahl „Pi“ als Namenspaten. Er lernt mehrere hundert Nachkommastellen der Zahl auswendig und beeindruckt damit Lehrer und Mitschüler.
Pi zeigt uns, dass wir manche Dinge zwar nicht ändern können. Aber vielleicht können wir die Kraft in uns finden, ihnen eine andere Bedeutung zu verleihen.
Wie die Wahrheit an Wichtigkeit verliert
Der Buchautor, der der Geschichte von Pis Schiffbruch gespannt lauscht, sucht nicht nur eine neue Romangeschichte, er möchte auch seinen Glauben zu Gott wiederfinden. Er hofft, dass die Geschichte von Pi ihm dabei helfen kann. Pi glaubt, dass der Autor am Ende seiner Geschichte zu Einsichten kommen müsste:
Nachdem Pi an der Küste von Mexiko gestrandet ist, berichtet er der Versicherung der Schifffahrtsgesellschaft von den Ereignissen. Die Vertreter der Versicherung halten die Geschichte für erfunden und wollen diese nicht für ihren Bericht verwenden. Sie glauben nicht, dass Pi zusammen mit einem Tiger 200 Tage lange auf hoher See gelebt hat und schütteln vor allem über die fantastischen Elemente seiner Geschichte den Kopf.
Pi erzählt daraufhin eine andere grausige Version der Geschichte ohne den Tiger, die realistischer wirkt und zugleich zutiefst schockiert.
Pi fasst für den Buchautoren schließlich zusammen, dass keine der Geschichten die Ursache des Unglücks klärt und niemand weiß, welche Geschichte wirklich wahr ist. Er fragt den Buchautoren schließlich: „Welche Geschichte mögen Sie mehr?“ Der Autor mag die Geschichte mit dem Tiger lieber. Pi lächelt und sagt: „Und genauso ist es mit Gott.“ Das Lächeln auf dem Gesicht des Buchautoren mag wohl zeigen, dass er seinen Glauben zu Gott nun auch wiederfinden könnte.
Der Film regt uns an, darüber nachzudenken, ob es immer nur eine Wahrheit gibt und ob die Wahrheit wirklich immer so wichtig ist. Gibt es Situationen, in denen wir unsere eigene Wahrheit wählen dürfen? Eine Wahrheit, die uns hilft, weiterzugehen, Hoffnung zu schöpfen und mit schwierigen Situationen umzugehen? Oder müssen wir der Wahrheit immer erbarmungslos ins Auge sehen?
Dieser Film ist besonders interessant für
- Diejenigen, die sich fragen, wie man mit Ungewissheit leben kann.
- Alle, die sich fragen, wie man das Unabänderliche als Teil des Lebens annimmt.
- Alle, die sich gerne auch mal mit spirituellen Fragen beschäftigen.
Fragen zur Selbstreflexion
- In welchen Situationen ist die Wahrheit ein absolut zu schützendes Gut für Sie?
- In welchen Situationen bevorzugen Sie die Unwahrheit?
- Haben Sie schon mal Ihre eigene Wahrheit erschaffen, um mit einer schwierigen Situation fertigzuwerden?
Ein Coaching-Impuls, der keine Antworten gibt
Ob der mächtige bengalische Tiger Richard Parker wohl wirklich auf dem Boot war? Oder ist Richard Parker „nur“ der Tiger in Pi, der für sein Überleben sorgte? Wie wichtig ist diese Frage überhaupt? Der Film lässt uns mit zahlreichen Fragen zurück und lässt viel Raum für Interpretation. Aber das macht ihn so faszinierend.
Ich mag jedenfalls die Geschichte mit dem Tiger lieber. Ich will aber wirklich nicht hören, welche Version der Geschichte wahr ist. Und Sie?
Quellenhinweis: Dieser Beitrag bezieht sich auf den Film „Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger“, erschienen 2012, Regie: Ang Lee. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Yann Martel.
Autorin: Nadia Wachter
Hallo lieber Gast,
Herzlich Willkommen im Coaching-Café! Hier gibt es keine Schnellkaffee-Lösungen, sondern gut durchdachte Impulse zum Genießen, Nachsinnen und Weiterdenken. Ich bin Nadia Wachter, Business und Personal Coach. Im Coaching-Café bin ich Ihre Barista für Perspektivwechsel, Reflexionspausen und neue Denkanstöße.
Alles, was hier über den virtuellen Tresen geht, kommt aus eigener Erfahrung, aus Begeisterung für persönliche Entwicklung und aus der Freude daran, Menschen in Bewegung zu bringen und gemeinsam mit Ihnen zu entdecken, was in Ihnen steckt. Genau wie mein Coaching ist auch das Coaching-Café individuell und frei von Standard-Rezepten.
Haben Sie Beitragswünsche, möchten Sie sich über ein Thema austauschen oder wünschen Sie nähere Informationen zu mir oder zu meinem Coaching-Angebot? Dann sagen Sie doch einfach mal unverbindlich "Hallo!"
Ich freue mich auf Sie!
Adresse
WachterCo Inh. Nadia Wachter
Rheinstraße 50A
76185 Karlsruhe
Öffnungszeiten
Termine nach Vereinbarung.
Online, in Präsenz bei mir oder nach Abstimmung an einem anderen Ort.
Kontakt per WhatsApp